Mittwoch, 30. Mai 2012

DfB und kein Ende

Kontrollausschuss beantragt Sperrstrafen für fünf Spieler

Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat nach den Vorkommnissen während und nach dem Bundesliga-Relegationsrückspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC Berlin am 15. Mai 2012 gegen fünf beteiligte Spieler Sperrstrafen beantragt. Im Einzelnen sind dies die Berliner Lewan Kobiaschwili, Thomas Kraft, Christian Lell und Andre Mijatovic sowie Düsseldorfs Andreas Lambertz.


  • Gegen Kobiaschwili beantragt der Kontrollausschuss wegen einer Tätlichkeit gegen den Schiedsrichter eine Sperre von einem Jahr, beginnend am 16. Mai 2012 und endend am 16. Mai 2013. Ihm wird zur Last gelegt, Wolfgang Stark nach Spielschluss auf dem Treppenabgang des Spielertunnels von hinten mit einem Faustschlag am Hinterkopf getroffen zu haben. Der Unparteiische kam darauf ins Straucheln und konnte nur durch das Abstützen am Treppengeländer einen Sturz vermeiden. Er erlitt ein Hämatom am Hinterkopf. 
  • Wegen eines krass sportwidrigen Verhaltens in der Form einer Tätlichkeit gegen den Gegner nach einer zuvor an ihm begangenen sportwidrigen Handlung und wegen Schiedsrichter-Beleidigung wird gegen Lell eine Sperre von sechs Meisterschaftsspielen der Lizenzligen beantragt. Er soll in der Nachspielzeit seinen Gegenspieler Assani Lukimya-Mulongoti angespuckt und nach Spielschluss den Unparteiischen beleidigt haben. 
  • Ebenfalls wegen Schiedsrichter-Beleidigung nach Spielende beantragt der Kontrollausschuss Sperrstrafen gegen Kraft (fünf Meisterschaftsspiele der Lizenzligen) und Mijatovic (vier Meisterschaftsspiele der Lizenzligen).Darüber hinaus wird gegen Lambertz eine Sperre von zwei Meisterschaftsspielen der Lizenzligen und eine Geldstrafe von 5000 Euro beantragt, nachdem dieser nach Spielende im Stadioninnenraum inmitten feiernder Anhänger ein Bengalisches Feuer nach oben gehalten hatte. 
Die betroffenen Spieler haben heute die Strafanträge des Kontrollausschusses zugestellt bekommen und können nun bis morgen Nachmittag entscheiden, ob sie diesen zustimmen. Stimmen sie zu, so münden die Anträge in rechtskräftige Urteile des DFB-Sportgerichts. Stimmen sie nicht zu, so werden die Strafanträge im nächsten Schritt dem Einzelrichter des DFB-Sportgerichts zur Entscheidung vorgelegt.

Hertha reagierte am Mittwochnachmittag empört auf die Anträge. Die Strafvorschläge gegen Kobiashvili, Kraft und Mijatovic "werden wir so auf keinen Fall akzeptieren", sagte Clubsprecher Peter Bohmbach der Deutschen Presse-Agentur. "Wir stimmen bei allen drei Spielern den Anträgen nicht zu." Die drei Profis werden von Hertha-Anwalt Christoph Schickhardt vertreten. Lell will sich mit einem persönlichen Rechtsbeistand gegen den Antrag zur Wehr setzen. Damit gehen die Fälle an den Einzelrichter des DFB-Sportgerichts.

(Quelle: DfB)

Montag, 28. Mai 2012

Macht Hertha (endlich) Schluss !?!

"Wer nicht kämpft, hat schon verloren" ... dieses Sprichwort hat unsere Hertha nun (fast) voll ausgereizt und (fast) alle Instanzen des DFB angerufen um (juristische) Gerechtigkeit zu erfahren. Die letzte "Schlacht" soll nun von den Mitgliedern morgen angeführt werden. Unser (noch) Präsident Werner Gegenbauer hat dazu alle Mitglieder heute in einem 'offenen' Brief aufgerufen, morgen in der Mitgliederversammlung mit zu entscheiden, ob Hertha BSC  das letzte Rechtsmittel, das DfB-Schiedsgericht, wahrnehmen soll. Mir eigentlich unverständlich, da die Medien bereits vermelden, das die Herthaspieler schon in Urlaub geschickt wurden. Sollte es darüber dann doch noch zur Abstimmung kommen, werde ich mich gegen einen erneuten Einspruch aussprechen.

Gib Ruhe Hertha ...

Weil die Bayern auf einmal getröstet werden mussten (verlorenes CL-Finale) und sich diese Sympathien auch verdient haben, schlüpfte Hertha nahtlos in die Rolle des meistgehassten Vereins.Nach zu lesen in vielen, vielen Fussball-Foren. "Da will sich jemand hochklagen, vorbei an einem fleißigen Düsseldorfer Klub, der sich den Aufstieg erspielt hatte." Aber man sollte auch nicht den DfB vergessen. Die Relegation, dieser unsinnige Nervenkitzel, gehört abgeschafft. Und klare Regeln wären auch nicht schlecht: Platzsturm und Bengalos bedeuten Spielabbruch und Wiederholung. Strafe statt Sommertheater. Und Hertha? Sollte nun endlich Ruhe geben mit den zwar unterhaltsamen, aber vor allem auch kostspieligen Einsprüchen vor Gericht. Und besser diese frühsommerliche Energie auf den Neuanfang in Liga zwei fokussieren. Vor allem kann (und wird) es eng werden für Präsident Werner Gegenbauer, sollte er sich weiter an Manger Michael Preetz klammern. Bundesliga weg, Präsident abgewählt, Manager weg - für Hertha BSC kann der Abstieg durchaus noch lange nicht zu Ende sein.

Schuldfrage ...

Den großartigen Fans des Vereins trifft keinerlei Mitschuld. Sie strömten ins Olympiastadion – im Schnitt kamen 53 331 Zuschauer zu den Heimspielen, die dennoch meist verloren wurden, und zeigten unendliche Geduld sowie Leidensfähigkeit. Die Hauptschuld am Niedergang haben diejenigen, die die Geschäfte führen. Michael Preetz, der natürlich unter der Situation litt wie ein geprügelter Hund, hat drei Cheftrainer verschlissen und auf Beratung von außen (ehemalige Profis, Mentaltrainer oder Kommunikations-Experten) verzichtet. Neue Wege bei der Krisenbewältigung sind vom Management und auch vom Präsidium um Werner Gegenbauer nicht eingeschlagen worden. Mannschaft, Trainer und Manager verschanzten sich stattdessen wochenlang in einer Wagenburg, schotteten sich von Fans und Medien ab.

Samstag, 26. Mai 2012

Hertha geht KO ... !

So nun ist es wohl vorbei !?! Es ist das eingetreten was viele vielleicht erwartet (oder auch nicht) haben. Auch in zweiter Instanz hat unser Verein seinen Einspruch beim DFB verloren. Was eigentlich 'juristisch' gesehen Eindeutig schien, konnte durch unsere Vertreter vor den entsprechenden Gremien scheinbar nicht überzeugend dargelegt werden. Eine allerletzte Möglichkeit soll demnach am Dienstag auf der Mitgliederversammlung durch ein Votum der Mitglieder aufgegriffen werden, nämlich der Gang vor das Schiedsgericht des DFB. Das zähe juristische Ringen um die Wertung des Relegationsrückspiels zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC hat damit zumindest ein vorläufiges Ende. Bis dahin steht Düsseldorf als Bundesliga-Aufsteiger fest. Hertha hat gekämpft, weil gekämpft werden musste. 'Ein mittelständisches Unternehmen ist dazu verpflichtet, alle juristischen Chancen zu nutzen, um wirtschaftlichen Schaden abzuwenden, um etwa eine Klagewelle von Sponsoren oder Mitgliedern wegen entgangener Einnahmen zu vermeiden. Erste oder Zweite Liga – es stehen eben Millionen von Euro auf dem Spiel'.  Doch nun ist gut. Hertha sollte nach zwei Instanzen die Akte Bundesliga für dieses Jahr schließen und sich auf das konzentrieren, was wichtig ist. Etwa, das ramponierte Image zu verbessern.
Ende, over and out !
Das gewaltig schaurige Saisonfinale hat dem Klub, der eh schon nicht zu den beliebtesten im Lande zählt, neuerlich Schaden zugefügt. Kaum auszudenken, wäre Hertha als in die Bundesliga geklagter Klub durch die Lande gezogen. Nun besteht wenigstens die Chance, mit einer neuen Mannschaft in Liga zwei wieder Sympathien zu gewinnen. Wobei, und das ist das Dilemma: Genau die Protagonisten, die den Niedergang zu verantworten haben, wollen diesen Umschwung einleiten. Insofern ist es vielleicht das einzig Gute an Herthas schrecklicher Endlos-Saison, dass sich Präsident Gegenbauer und Manager Preetz am Dienstag den Mitgliedern mit ihrer Bilanz des Grauens stellen müssen.

Wie gehts nun weiter ...?

Der letzte gemeinsame Auftritt ?
Vor der Mitgliederversammlung mit Explosionsgefahr hat die Vereinsführung von Hertha BSC bereits mit den Fans gesprochen. Auch wenn der Dialog sachlich ablief, war Nervosität zu spüren. In den nächsten Tagen entscheidet sich das Schicksal von Manager und Präsident. Bei der „Generalprobe“ am Donnerstagabend wurde Gegenbauer immer wieder gefragt, ob denn der Manager nach wohl zwei Abstiegen aus der Fußball-Bundesliga in drei Jahren und einem unwürdigen Trainerchaos in dieser Saison nicht endlich die Verantwortung übernehmen und zurücktreten müsse. Am Mittwoch hatte der Präsident bereits angekündigt, die Präsidentenwahl sei auch ein Votum über Preetz. Sollte der einzige Kandidat Gegenbauer die absolute Mehrheit im ersten Wahlgang verfehlen, schmeißt er hin. Bei den offiziell gezählten 608 Zuhörern (mich eingeschlossen) im Palais am Berliner Funkturm wechselten sich am Donnerstag Applaus und vereinzelte Pfiffe stetig ab.Freilich keine Antworten hatten Manager und Präsident auf die Fragen einiger Anhänger, wie denn der dramatische Leistungsabfall in diesem Jahr zu erklären sei. Auch ein Rezept für eine Verbesserung der Lage in Zukunft blieben die beiden schuldig. Einzig wie er den Neuanfang angehen wolle, wusste Gegenbauer. „In dieser Besetzung“, sagte der Präsident und blickte auf dem Podium zu Preetz. Die Entscheidung darüber dürfte am Dienstag fallen. Ein Aspekt kommt dem kriselnden Führungsduo zugute: Überzeugende Alternativen zu Preetz und Gegenbauer kann die Opposition nicht präsentieren. So ist das Selbstbewusstsein des Präsidenten zu erklären, der auf den Kommentar eines Fans etwas schnippisch entgegnete: „Sie fordern mich zum Rücktritt auf, dieser Aufforderung werde ich nicht nachkommen.“ Am Dienstag könnte sich der Sachverhalt ändern, zumal dann noch mehr Fan-Vertreter sprechen wollen, die sich am Donnerstag zunächst zurückhielten. Wie es hieß, wollten diese Anhänger ihre Munition nicht schon bei dem Vorgeplänkel verschießen. Ich glaube es wird ein LANGER Abend der Dienstagabend ... Volkes Stimme kann noch gnadenloser sein als jedes DFB-Urteil.